Schlagwort: Serienüberführung

Offenes DESIGNgespräch 2016/I

FabLab @ Werkstätte Wattens

Vom Entwurf zur Serienreife

Am 29. März waren wir zu Gast in der » Werkstätte Wattens. Beim ersten offenen DESIGNgespräch des Jahres diskutierten wir nach einer Besichtigung des FabLabs das Thema „Vom Entwurf zur Serienreife“ mit DiT-Mitglied Herbert Lanzinger, Christian Hafner von Fab-Atelier und dem Leiter des FabLabs in der Werkstätte Wattens, Christian Teissl.

Gäste des offenen DESIGNGESPRÄCHS

Angeregte Unterhaltung beim Eintreffen der Gäste (rechts im Vordergrund Alex Koll)

Nach einer kurzen Vorstellung der Werkstätte Wattens durch Alex Koll mit anschließendem Rundgang durch den Co-Working-Space und den Start-Up-Bereich  besichtigten wir das FabLab. Die Abkürzung steht für fabrication laboratory bzw. Fabrikationslabor – ein Raum, wo man Geräte und Know-how vorfindet, um die eigenen Entwürfe in erste Prototypen umzusetzen.

Christian Teissl erklärte, wie das FabLab aufgebaut ist, welche Geräte man dort vorfindet und wie der Ablauf allgemein geregelt wird: Man kann sich einerseits einmieten und die Geräte selber nutzen, entsprechende Einschulungskurse zum Umgang mit 3D-Druckern, CNC-Maschinen und dgl. absolvieren, aber auch Entwicklungsarbeiten in Auftrag geben.

So kann die komplette Bandbreite von DIY (do it yourself) bis hin zu anspruchsvollen F&E-Projekten angeboten und abgewickelt werden.

Werkstätte Wattens - FabLab Werbematerial

Im Anschluss kamen wir zusammen, um über den Design- bzw. Entwicklungsprozess zu sprechen.

Herbert Lanzinger ( » lifestylefoundation.com) startete die Runde mit zwei Kernaussagen – die Design-Beratungsleistung tritt mehr in den Vordergrund, und die Art des Prototypings ist wichtig. Sein Tipp: Prototypen sollten nie zu perfekt sein, dafür sollte man mehrere Gestaltungsschleifen einplanen – so erhält man gutes Feedback und kann auch gut darauf reagieren.

Christian Hafner ging auf den Unterschied von „Styling“ und „Design“ ein. Seiner Ansicht nach konzentriert sich die einschlägige Wettbewerbslandschaft zu sehr auf die äußere Erscheinungsform und vernachlässigt Produktions- und Vermarktungsmöglichkeiten. Sein Unternehmen » Fab-Atelier beschäftigt sich genau damit. Entwürfe werden so gestaltet, dass eine Serienproduktion möglich ist; bei der Vermarktung fließen die Geschichten zum Produkt mit ein – denn diese machen es einzigartig. 3D-Druck eröffnet dabei neue Möglichkeiten.

Christian Teissl erzählte über seine Zeit am MIT (» Massachusetts Institute of Technology) und die offene Kultur, welche dort den Weg für Neues ebnet. Es wird verstärkt auf Selbstorganisation gesetzt, es gibt einen positiven Umgang mit Fehlern – nur bei Ignoranz wird keine Toleranz geübt. In so einer Umgebung kann viel entstehen und wachsen – er versucht, diesen Ansatz in das FabLab einzubringen und auch dort zu leben.

Podiumsgäste beim offenen DESIGNgespräch

Stephan Daniaux bedankt sich bei unserem Gastgeber, den Gästen und unseren Podiumsgäste Christian Teissl, Christian Hafner und Herbert Lanzinger

Wir werden versuchen, beim nächsten offenen DESIGNgespräch an die Qualität und Stimmung dieses Abends anzuschließen – Vorschläge und Ideen willkommen, bitte einfach an » info@designintirol.at senden!

PUNKTum 2016/I

Tiroler Hut #1 by Roland Nesler

PUNKTum 2016/I

Am 23. Februar trafen wir uns im Seminarraum von » proHolz Tirol. Dabei standen zwei Themen im Vordergrund: Der Erfahrungsbericht eines ehemaligen Mitglieds und eine gemeinsame Diskussion über die Zukunft des Vereins.

Wie aus „Gib mir die Kugel“ eine Hutkollektion entstand …

2011 entschloss sich der aus Vorarlberg stammende Roland Nesler für die Selbstständigkeit. Zunächst war er an einem IT-Entwicklungsprojekt beteiligt; entschied sich dann jedoch dafür, vom Manager-Dasein ins Designer-Dasein zu wechseln. In der Anfangsphase beschäftigte er sich hauptsächlich mit Licht und Möbeln.

Da Roland immer auf der Suche nach interessanten Netzwerken war, entdeckte er Design in Tirol. Beim Projekt „Gib mir die Kugel“ ersann er die Idee, den Tiroler Hut neu zu definieren; und meinte dazu: „… wenn man den Hut ein wenig zusammenknüllt, passt er auch in die Kugel.“

PUNKTum 2016/I mit Roland Nesler

Roland präsentiert seine BURMENTA Kollektion

Der Weg von der Idee zur Serienreife gestaltete sich ausgesprochen schwierig – es war eine Gratwanderung akzeptabler Produktionskosten und ansprechender Qualität. Neben dem neu erdachten Tiroler Hut, welche u. a. aus Schutzrecht-Gründen den schlichten und doch aussagekräftigen Namen „Nummer Eins“ trägt, verfügt Roland mittlerweile über eine beeindruckende Kollektion 60 verschiedener Modelle und Modellvarianten. Er testet dabei stetig neue und traditionelle Naturmaterialien, experimentiert mit Farben, Accessoires und Formen.

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Lisa mit Stumpen (aka die Rohform eines Hutes)

Roland erklärte, dass er auf diesem Weg sehr viel gelernt hat, z. B. über Materialien und deren Eigenschaften, wie man eine Serienproduktion aufzieht, welche Partner man auswählt, und was ein „Stumpen“ ist. Aktuell beschäftigt er sich mit der geeigneten Vermarktung seiner Kollektion. Er verfügt über einen Online-Shop, hat aber die Erfahrung gemacht, dass sich seine Hüte über den klassischen, persönlichen Vertrieb besser verkaufen. Wer sich die Kollektion ansehen möchte, hat auf » burmenta.com Gelegenheit dazu.

Die nächsten Schritte …

Im Anschluss besprachen wir die geplanten Initiativen und überlegten, was wir in den nächsten Monaten machen möchten. Zuerst konzentrieren wir uns auf die Festigung des bestehenden Netzwerkes und das Sichtbarmachen unserer Mitglieder mit ihren aktuellen Projekten. In Folge möchten wir neue Mitglieder gewinnen, uns zum Thema Design in all‘ seiner Breite austauschen und die Tradition, gemeinsame Projekte zu gestalten, weiterführen.